Flugzeugcockpit – handgezeichnete Skizze

Flugzeugcockpit

Manche Geräte stehen auf einem Tisch. Andere beanspruchen gleich ein Stück Gelände. Dieses Flugzeugcockpit wurde für das Festival LIANA – Back to the Jungle gebaut und war nicht zur stillen Betrachtung gedacht, sondern zum Reingehen, Drücken, Drehen, Lesen, Ausprobieren und leichten Realitätsverlust. Das Festival selbst beschreibt sich als Ort für Musik, Workshops und Inhalte auf einem Gelände in Saurach.

Entstehung mit FormWerkX

Entstanden ist das Cockpit in Zusammenarbeit mit FormWerkX, einer Schreinerei aus Kirchberg an der Jagst, die individuelle Projekte von der Idee bis zur Umsetzung realisiert. Genau das merkt man dem Gerät an: Es ist nicht nur Elektronik mit Verkleidung, sondern ein gebauter Raum mit Oberfläche, Haltung und ausreichend Präsenz.

Das Ergebnis war ein begehbares Bedienfeld irgendwo zwischen Spielgerät, Kontrollzentrum und sehr ernst gemeinter Attrappe. Über das gesamte Panel verteilt saßen Anzeigen, Leuchtfelder, Taster, Botschaften, kleine Instrumente und absichtlich bedeutungsschwere Beschriftungen. Dinge wie Artificial Horizon, Compass, ATC Radio, Board Messages, Flight Information Board, Defrost Timer oder Flight Path Controller sorgten dafür, dass man sofort verstand: Hier wird nichts Nützliches erledigt, aber sehr viel Wichtiges bedient.

Gerade das machte den Reiz aus. Das Cockpit war kein Simulator im klassischen Sinn und auch kein Gerät mit einer einzigen Aufgabe. Es war eine begehbare Ansammlung von Möglichkeiten. Besucher konnten einzelne Elemente aktivieren, mit Anzeigen spielen, Zustände verändern und sich für einen Moment in eine Rolle hineinbewegen, die irgendwo zwischen Pilot, Funker, Bodenpersonal und überforderter Maschinenpoesie lag. Statt bloß auf einen Bildschirm zu schauen, stand man vor einem ganzen System und durfte es anfassen.

Fertigstellung

Flugzeugcockpit – am Festivalplatz aufgebaut
Flugzeugcockpit – Besucher an der Bedienfront
Flugzeugcockpit – Blick auf das Panel im Betrieb
Flugzeugcockpit – Cockpit in der Abenddämmerung

Videos

Aufbau

Technisch lebt das Cockpit von genau dieser Vielfalt. Kleine Displays, Leuchtanzeigen, Tasterfelder, Textmodule und instrumentenartige Einzelteile wurden zu einer Oberfläche zusammengeführt, die nicht nach Menüstruktur, sondern nach Abenteuer funktioniert. Jedes Element versprach eine Funktion, und oft war schon dieses Versprechen die halbe Freude. Der Rest passierte beim Drücken.

Ästhetik

Formal war das Ganze ebenso wichtig wie funktional. Die große schwarze Front mit ihren weißen Beschriftungen, den grafischen Linien und den verstreuten Anzeigeinseln hatte die richtige Mischung aus Luftfahrtästhetik, Messebau und improvisierter Zukunft. Nichts daran wirkte steril. Eher so, als hätte jemand ein Cockpit aus einer Parallelwelt geborgen und auf einem Festivalgelände wieder in Betrieb genommen.

Fazit

Damit war dieses Gerät nicht einfach nur ein Objekt, sondern eine Situation. Es hat Menschen angezogen, weil es groß war, rätselhaft aussah und klar signalisierte, dass man hier nicht nur gucken, sondern handeln darf. Genau dafür sind gute Festivalgeräte da: Sie geben dem Gelände eine zusätzliche Ebene, einen Ort zum Spielen, Staunen und kurzzeitigen Übernehmen von Verantwortung für vollkommen unklare Systeme.

Das Flugzeugcockpit war also weniger ein Nachbau als eine begehbare Einladung zur Bedienung. Ein Interface zum Hineinlaufen. Eine Kontrollzentrale ohne echte Mission, aber mit sehr überzeugender Oberfläche. Und damit ein ziemlich gutes Gerät.

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