
Flippi
Flippi ist ein Musikinstrument für Momente, in denen geordnete Eingaben nicht mehr ausreichen. Es ist ein Kasten aus OSB, Tastern, Joystick und sehr viel Absicht. Wer darauf spielt, kann nicht nur Töne auslösen, sondern Zustände. Und zwar bevorzugt solche, die sich mit normalen Bedienoberflächen nicht mehr sinnvoll beschreiben lassen.
Der Name ist dabei keine Metapher, sondern Bedienhinweis. Flippi heißt so, weil man mit diesem Gerät komplett ausflippen kann. Nicht nur ein bisschen. Sondern richtig. Knöpfe drücken, Richtungen wechseln, Muster zerlegen, Entscheidungen verwerfen und dabei den ganzen Apparat mit wachsender Entschlossenheit bearbeiten. Es ist kein Instrument der vorsichtigen Geste. Es ist ein Instrument der kontrollierten Eskalation.
Entstehung





Taster mit Hammer
Auf der Oberfläche sitzen robuste, vandalismussichere Taster, die auch dann noch gelassen bleiben, wenn der Mensch am Gerät längst andere Pläne hat. Eingebaut wurden sie nicht auf gewöhnlichem Weg, sondern mit familiärer Hochenergieunterstützung: Meine Tochter hat sie mit dem Hammer reingenagelt. Das ist nicht nur eine schöne Produktionsnotiz, sondern eigentlich schon Teil des Konzepts. Flippi ist kein steriles Elektronikobjekt. Es ist ein Instrument, das Kraft aushält und Herkunft zeigt.
Dazu kommt ein Joystick, mit dem sich das Geschehen weiter verbiegen, lenken oder absichtlich aus dem Gleichgewicht bringen lässt. Zusammen entsteht eine Oberfläche, die eher an eine improvisierte Kommandozentrale erinnert als an ein klassisches Musikinstrument. Genau das macht den Reiz aus. Man spielt hier keine wohltemperierte Tastatur. Man arbeitet sich durch ein Feld aus Möglichkeiten, Fehlern, Impulsen und direkten Entscheidungen.
Im Einsatz









Videos
Aufbau
Gebaut ist Flippi offen, rau und ohne dekorative Ablenkung. Holz, Taster, Verdrahtung, Elektronik – alles ist nah an der Funktion und weit genug entfernt von jeder Vorstellung, geschniegelt wirken zu müssen. Das Gerät sieht aus wie das, was es ist: eine handfeste Schnittstelle zwischen Körper und Krach, zwischen Idee und unmittelbarer Aktion.
Einsatz
Im Einsatz wird daraus ein sehr eigenes Instrument. Flippi kann Triggerfeld, Kontrolloberfläche, Auslöser, Störsender und Spielfläche zugleich sein. Es belohnt keine Zurückhaltung, sondern Präsenz. Wer freundlich auf ihm herumtippt, bekommt eine Antwort. Wer ernst macht, bekommt mehr davon. So entsteht Musik nicht nur durch Auswahl, sondern durch Zugriff.
Fazit
Vielleicht ist Flippi damit weniger ein Instrument im klassischen Sinn als eine genehmigte Form des Ausrastens mit Audioausgabe. Und genau deshalb ein sehr gutes Gerät.














