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Turtur

Turtur ist ein analog/digitales Live-Instrument mit 50 Drehreglern und 14 Schaltern. Das Gerät fungiert als MIDI-Controller, bei dem die Tonhöhen durch das Drehen der Regler bestimmt werden. Durch das gleichzeitige Spielen mehrerer Töne lassen sich Harmonien steuern. Zudem können Rhythmen erstellt werden, die synchron mit Melodien in einheitlichen Geschwindigkeiten gespielt werden.

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Idee

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Seit meiner Jugend mache ich begeistert Musik, vorwiegend digital. Es fasziniert mich, fette Grooves zu kreieren und mich in unterschiedlichsten Genres zu bewegen. Dabei sind es vor allem die Klänge selbst, die mich faszinieren, unabhängig vom Genre.

Die Idee für Turtur liegt so weit zurück, dass ich sie nicht mehr konkret benennen kann. Klar war jedoch, dass ich ein Instrument wollte, das analog gespielt wird, aber digital klingt – ohne Display oder andere digitale Kontrollmonitore. Mit Turtur kann man sich voll auf die Haptik der Klänge konzentrieren, die man buchstäblich mit den Reglern und Schaltern in der Hand hält.

Musik von Fabian Brose

Funktion

Obwohl dieses Gerät wie ein MIDI-Controller gebaut ist und funktioniert, sollte es als eigenständiges Musikinstrument verstanden werden. Im Gegensatz zu typischen Controllern werden hier einzelne Töne angespielt und angepasst. Es läuft kein festes Set ab; stattdessen müssen „Themes“ durch die Kombination mehrerer Drehregler und Schalter erzeugt werden.

Das Instrument ermöglicht das Durchsteuern von vier Klangwelten, in denen auch rhythmische Klänge synchronisiert werden können. Dies wird durch die Software „Propellerhead Reason 4.0“ ermöglicht, die trotz ihrer primären Ausrichtung auf Musikproduktion in diesem Setup live eingesetzt wird.

Musikinstrument anfertigen lassen

Aufbau

Der Kern des Geräts basiert auf einer Doepfer USB64-Platine, von der über 140 Meter Kabel zu 50 Drehreglern und 15 Schaltern führen. Zwischen der USB64 und den Aktoren befindet sich eine weitere Schnittstelle, die die Flachbandkabel in dünnere Kabel umleitet. Bei den Schaltern sind zudem Widerstände eingelötet. Das Gehäuse besteht aus Holz, die Schalterplatte und der Boden aus Stahl. Das 30x20x5 cm große Gehäuse hat zwei Ebenen: Oben sind Schalter und Regler, unten liegen die Kabel, die Transferplatine und die USB64. Alles wurde mit einfachsten Werkzeugen gefertigt.

Ein großer Teil der Arbeit entfiel auf die Software. In Propellerhead Reason 4.0 wurden die einzelnen Regler und Schalter sogenannten „Combinators“ zugewiesen, in denen die eigentlichen Klangerzeuger liegen. In diesen Combinators wird festgelegt, welche Parameter die Regler in den Klangerzeugern steuern sollen. Es dauerte Monate, bis alles so arrangiert war, dass es reibungslos funktionierte.

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Turtur – Signal-Flow-Schema mit MIDI-Routings und Effekten

Signal-Routing

Das komplette Signal-Flow-Schema zeigt alle MIDI-Kanäle, Effekt-Routings und Audio-Wege des Turtur-Setups. Jeder der 50 Drehregler und 14 Schalter ist hier als diskrete Signalquelle eingezeichnet.

Die Architektur folgt dem Prinzip modularer Audio-Synthese: analoge Eingabe wird in MIDI-CC gewandelt, über den USB-Host an eine DAW weitergegeben und dort in Echtzeit zu Harmonien, Rhythmen und Effektketten verarbeitet.

Jede Spur ist frei routbar – das erlaubt Live-Performances ohne festes Playback, bei denen Struktur und Klang gleichberechtigt gespielt werden.

Video

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